Die Dieselpreise sind auf ein Allzeithoch gestiegen, da gleichzeitige Konflikte in der Ukraine und im Iran Raffinerien lahmlegen und das weltweite Angebot verknappen.
Einem Bericht von CNBC zufolge verschärft dieser Anstieg die Inflationssorgen in der US-Wirtschaft, in der Diesel nach wie vor der unverzichtbare Treibstoff für Güterverkehr, Landwirtschaft und Industrie ist.
US-Fernfahrer zahlen landesweit inzwischen durchschnittlich 5,85 Dollar pro Gallone, ein Sprung von fast 60 Prozent gegenüber den 3,71 Dollar pro Gallone im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
In Kalifornien ist der Preis sogar noch stärker gestiegen und hat 7,70 Dollar pro Gallone erreicht.
Analysten warnen, dass es kaum Möglichkeiten gibt, sich diesem Preisanstieg zu entziehen.
„Man kann so viel virtuell einkaufen, wie man will, die Ware wird immer mit einem dieselbetriebenen Lkw nach Hause geliefert; daran führt kein Weg vorbei“, erklärte John Kilduff, Partner bei Again Capital, gegenüber CNBC.
Diesel spielt im täglichen Wirtschaftsleben eine zentrale Rolle, wie es bei Benzin nicht der Fall ist.
Bob McNally, Gründer von Rapidan Energy, wies darauf hin, dass Diesel „im Transportwesen, als Heizöl, in der Landwirtschaft und in der Industrie“ verwendet wird.
Er bezeichnete ihn als „wichtigen makroökonomischen Kraftstoff, den man im Auge behalten muss“.
Der Preisanstieg folgt auf ukrainische Angriffe auf russische Raffineriekapazitäten, die Moskau dazu veranlassten, die Dieselexporte zu stoppen.
Gleichzeitig haben iranische Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus sowie auf regionale Energieanlagen weitere Kapazitäten außer Betrieb gesetzt.
Gary Simmons, Chief Operating Officer von Valero, erklärte, dass die Kriege zur Stilllegung von Raffinerien mit einer Gesamtkapazität von rund 5 Millionen Barrel pro Tag geführt hätten.
Brian Mandell, Executive Vice President für Marketing bei Phillips 66, fügte hinzu, dass „die Angebots- und Nachfragelage bei der Raffinerieverarbeitung sehr angespannt ist und sich durch die Probleme in Russland und im Nahen Osten weiter verschärft“.
Andy Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates, schätzte, dass derzeit etwa 8 Prozent der weltweiten Dieselnachfrage, die insgesamt 28 Millionen Barrel pro Tag beträgt, von Störungen betroffen sind.
Auf das russische Exportverbot entfallen rund 800.000 Barrel pro Tag, auf die Störungen im Zusammenhang mit der Straße von Hormus weitere 1,2 Millionen Barrel pro Tag und auf einen Angriff der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen auf die saudi-arabische Raffinerie Jizan nochmals 200.000 Barrel pro Tag.
„Diesel ist eine versteckte Steuer“, sagte Lipow. „Die höheren Kraftstoffkosten werden in Form von höheren Preisen für Waren und Dienstleistungen, die per Lkw und Bahn transportiert werden, an den Verbraucher weitergegeben.“